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Richtige Antworten an eine immer verletzbarer werdende Gesellschaft - Neuer DRK-Standort in Oberursel seiner Bestimmung übergeben

In Betrieb ist der neue Standort des DRK in Oberursel schon seit ein paar Wochen, nun aber ist es auch offiziell seiner Bestimmung übergeben. Bei einem großen „Tag der offenen Tür“ am Samstag standen die neue Rettungswache und die neue Unterkunft des DRK-Ortsvereins Oberursel im „Hammergarten“ im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Hunderte Besucher, darunter auch zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, waren bei bestem Spätsommerwetter gekommen, um den neuen Rettungsstütz-punkt in Aktion zu sehen, denn neben Führungen durch das weit-läufige Gebäude gab es natürlich auch eine äußerst realistische Reanimationsübung. Gebaut wurde nach aktuellen Energiestandards in Massivbauweise, mit Dachbegrünung und einer Hochleistungswärmepumpe sowie Photovoltaikanlage.

DRK-Präsident Jürgen Banzer erinnerte an die schwierige Standortsuche, „mancher hat schon nicht mehr daran geglaubt, dass es überhaupt noch klappt“, sagte er. Der Standort im Hammergarten ermögliche die rettungsdienstliche Versorgung in Oberursel, aber auch in Steinbach und Kronberg-Süd, innerhalb der gesetzlichen Hilfeleistungsfrist von 10 Minuten.  „Der neue DRK-Standort ist ein wichtiger Baustein in der regionalen Sicherheitsarchitektur“, so Banzer. Das DRK sei in einer Gesellschaft, die immer verletzbarer werde, heute wichtiger als noch vor 10 oder 20 Jahren. Der Neubau, der Haupt- und Ehrenamt unter einem Dach vereine, zeige die gemeinsame Kompetenz, auf die sich die Gesellschaft immer verlassen könne und gebe die richtigen Antworten auf immer neue Herausforderungen. 
Dr. Stefan Ruppert, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Oberursel, sagte, als er 1991 beim DRK „Zivi“ und später dann auch Vorsitzender des Ortsvereins geworden sei, habe man ihm gesagt, den Standort in der Marxstraße müsse er sich gar nicht erst merken, der sei „ohnehin bald weg“. 2003 beim Hessentag sei dann von Umbau die Rede gewesen, aber erst nach vielen weiteren Jahren der Grundstückssuche habe man dann endlich doch das Kapitel „Neubau“ aufschlagen können. Ruppert dankte dem Hochtaunuskreis und der Stadt Oberursel, aber auch vielen großzügigen Spendern dafür, dass sie dazu beigetragen haben, den Neubau zu realisieren. All diese Investitionen seien an der richtigen Stelle getroffen worden, denn die Arbeit des DRK sei, mitten in der Gesellschaft, vielfältig, im Rettungsdienst, aber auch in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit, bei der Blutspende, der Ausbildung junger Leute im Jugendrotkreuz und im Sanitätswachdienst, ohne den es in der Stadt und der Region keine großen Feste gäbe. Im DRK werde Gemeinschaft erlebt und vorgelebt, ohne dass gefragt werde, was man persönlich davon hat, sagte Ruppert, der SOS-Kinderdorf-Gründer Hermann Gmeiner zitierte: „Alles Gute … auf der Welt geschieht nur, wenn einer mehr tut, als er tun muss.“
Landrat Ulrich Krebs ist froh, dass dieses ehrgeizige und für die Infrastruktur der zweitgrößten Stadt im Landkreis wichtige Projekt „vor der nächsten Gesundheitsreform vollendet werden konnte“. Danach wäre es schwierig geworden. Hier werde organisationsübergreifend in enger Kooperation innerhalb der „Blaulichtfamilie“ unter nunmehr besten Bedingungen hervorragende Arbeit zum Nutzen der Gesellschaft und ihrer Sicherheit geleistet. Die Zukunft werde für das DRK nicht einfacher. Der auch für den Katastrophenschutz zuständige Hochtaunuskreis unterstütze dabei jedoch gerne. Sichtbare Beispiele dafür seien unter anderem die neue Wache und die gerade bezogene Ortsvereinsunterkunft in Friedrichsdorf-Köppern, aber auch die zurzeit im Bau befindliche Rettungswache in Neu-Anspach, all das diene der rettungsdienstlichen Versorgung der Bevölkerung: „Im Notfall lernt man schnell, wie wichtig es ist, dass ein Rettungsmittel rechtzeitig am Einsatzort eintrifft“, sagte Krebs.
Norbert Södler, Präsident des DRK-Landesverbandes Hessen, sieht in dem „imposanten Bauwerk“ ein Zeichen der Wertschätzung dem Oberurseler Ortsverein gegenüber, der unter den 400 hessischen DRK-Ortsvereinen ein besonders aktiver sei. Das DRK stehe in Hessen mit 10000 Mitarbeitern, darunter 4000 im Rettungsdienst, 223 Wachen, jährlich 70000 Einsätzen und 20 Millionen gefahrenen Kilometern für zwei Drittel des Rettungsdienstes im Land. Alarmierend sei die zunehmende Belastung der Rettungsdienste durch Notfalleinsätze, die gar keine Notfälle seien. Der steigende Hausärztemangel gerade auf dem Land führe dazu, dass es immer mehr solcher Fälle, die auch die Notaufnahmen der Kliniken überlasten, gebe. Leider würden Rettungsmittel dadurch für wirklich dringende Einsätze oft über Stunden blockiert. Es gelte deshalb intelligente Lösungen zu finden, mit denen die Zentralen Leitstellen dringende und weniger dringende Einsätze künftig besser koordinieren können.
Bürgermeisterin Antje Runge erinnerte an ihren ersten Besuch in den DRK-Räumen in der Marx-Straße, sie sei über dem Zustand „schockiert“ gewesen. Oberursel sei die Sicherheit der Bevölkerung wichtig, dem werde mit dem Gefahrenabwehrzentrum, aber auch dem mit städtischen Mitteln unterstützte DRK-Neubau Rechnung getragen. Das DRK sei für die Sicherheit in der Stadt unverzichtbar, deshalb sei allen, die den Bau unterstützt und dafür die richtigen Entscheidungen getroffen haben, zu danken. Für ihre herausfordernde Arbeit finde das DRK im Haupt- und im Ehrenamt, zu der auch die Ausbildung junger Menschen im Jugendrotkreuz, die dort Verantwortung, Teamgeist und Kameradschaft lernten, gehöre, nun attraktive Bedingungen vor. Ohne das DRK, dass neben seiner sonstigen Arbeit auch viele Feste durch ihre Sanitätswachdienste erst ermögliche, „wäre unsere Stadtgesellschaft ärmer“, sagte Runge.
Kreisbrandinspektor Martin Gonder zeigte sich vom neuen, die enge Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamt abbildenden Standort beeindruckt, blickte aber auch hinter die schmucke Fassade. Es sei mehr als ein Neubau mit großen Hallen für moderne Rettungsfahrzeuge. Vielmehr sei es ein Ort, von dem aus Menschen 24/7 in den Einsatz aufbrechen, ohne zu wissen, was sie erwartet und ein Ort, an den sie nach erfolgreichem Einsatz hoffentlich gesund zurückkehren. Es sei aber auch ein Ort, an dem man sich nach belastenden Einsätzen gegenseitig auffängt, an dem durchgeatmet, gemeinsam gekocht und gelacht, wenn es die Situation erfordert, aber auch gemeinsam geweint wird. 
Für das Hessische Ministerium für Gesundheit und Familie übermittelte Dr. Henrik Vollbracht Glückwünsche. Er wisse um die wachsenden Herausforderungen, denen sich Organisationen wie das DRK angesichts steigender Einsatzzahlen, bevorstehender Gesundheits- und Notfallreformen, aber auch schwieriger werdender Personalgewinnung stellen müssten. All das mache die Arbeit perspektivisch immer schwerer, so Vollbracht. Strukturreformen seien sicher notwendig, müssten aber auch sinnvoll sein. Die Landesregierung führe dazu bereits in Arbeitsgruppen mit allen Beteiligten intensive Gespräche, sagte Vollbracht. Nach seinem Eindruck sei das Oberurseler DRK mit seinem Neubau für die Zukunft aber gut gerüstet.

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Auch wenn die neue Oberurseler Rettungswache und die Unterkunft des DRK-Ortsvereins Oberursel bereits seit ein paar Wochen in Betrieb sind, so sind sie es jetzt auch höchst offiziell: Beim "Tag der offenen Tür" durchtrennten der stellvertretende Wachleiter Rainer Heiß (li,) und Bereitschaftsleiter Marc Hauser im Beisein zahlreicher Ehrengäste das symbolische "rote Band" und machten damit den Weg in die neuen Räume erst richtig frei. Foto: DRK-Pressestelle

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