Premiere geglückt: 12 Gäste haben am neuen „Mittagstisch“ des DRK-Kreisverbandes Hochtaunus teilgenommen, mehr als Kathrin Kiefer, die beim DRK den Fachbereich Wohlfahrts- und Sozialarbeit verantwortet, nach der langen Pause erwartet hätte. Der „DRK-Mittagstisch“ hat Tradition, viele Jahre lang fand er im Begegnungszentrum des DRK in der Kaiser-Friedrich-Promenade statt, wurde dort aber wegen der Corona-Pandemie eingestellt werden. „Immer wieder wurden wir gefragt, ob wir eine Neuauflage planen, offenbar gibt es Bedarf an diesem Angebot“, sagt Kiefer, froh, dass nun in der neuen DRK-Zentrale an die Tradition angeknüpft werden kann.
Auch Heike Eisele, die den „Mittagstisch“ organisiert, zeigte sich angenehm überrascht, über die vielen, auf Anhieb besetzten Plätze, aber auch darüber, dass sich spontan fünf ehrenamtliche Helferinnen gefunden haben, die bei der Essensausgabe helfen. „Toll, dass alles so gut geklappt hat und dass sich unsere Gäste offensichtlich bei uns wohlgefühlt haben“, bilanziert Eisele hochzufrieden nach dem gelungenen Neustart. Kathrin Kiefer, die die Gelegenheit nutzte, sich mit den Gästen zu unterhalten, ist begeistert: „Offenbar kommen wir mit diesem Angebot einem Wunsch vieler Menschen entgegen, einmal in der Woche nicht selbst kochen zu müssen und dann beim Essen auch noch soziale Kontakte knüpfen zu können. Vor allem für ältere, alleinstehende, oft einsame Menschen ist das wichtig.“ Dass Eisele und ihr Team, das zum Auftakt aus Thea Dinges-Porr, Annette Becker und Cing-Ying Liu-Kahn bestand, im Schulungsraum der DRK-Zentrale Vierertische eingedeckt haben, kam dem Ansatz, Essen mit Kommunikation zu verbinden, sehr entgegen. Schon nach wenigen Minuten waren alle 12 Plätze besetzt und man vertrieb sich die Zeit bis zum Auftragen des Essens bei angeregten Gesprächen mit neuen Bekannten.
„Wir möchten es nicht beim Mittagstisch belassen. Es wird deshalb immer auch ein kleines Programm zum Abschluss geben“, sagte Eisele. Das kann aus Gesellschaftsspielen bestehen, aber auch „Bingo“, mal ein kurzer Vortrag über aktuelle Themen sind möglich. „Demnächst werden unsere Gäste sogar einen Rollator-Führerschein machen können“, so Heike Eisele.
Der Speiseplan für den DRK-Mittagstisch, zu dem jeden Freitag von 12 bis 15 Uhr eingeladen wird, umfasst jeweils vier Wochen. Im Angebot sind zu Preisen von 11 bis 13 Euro immer ein Fleisch- und ein Fischgericht sowie eine vegetarische Mahlzeit. Wasser und Kaffee sind im Preis inbegriffen. Zum Auftakt gab es alternativ „Rinderroulade, Apfelrotkohl und Salzkartoffeln“, „Panierten Alaska-Seelachs mit Senf-Kräutersoße und Kartoffelwürfel“ sowie eine „Rosenkohl-Kartoffelpfanne mit Apfel-Zwiebel-Garnitur“. „Die Roulade war mit acht Bestellungen der Renner“, lacht Nicole Eckert, seit über 20 Jahren Fachbereichsbeauftragte für den DRK-Menüservice.
Unter den Gästen waren auch Britta Freund und Sabine Förster aus Bad Homburg. Sie sind Nachbarinnen und haben sich spontan entschieden, das Angebot des DRK einmal auszuprobieren, zumal ihnen, wie sie zugeben, das Kochen daheim nicht mehr so gut von der Hand geht, „ich wollte aber auch einmal das neue DRK-Domizil sehen, schön hier“, meinte Britta Freund. Die beiden können es sich vorstellen, öfters zu kommen, vielleicht sogar eines Tages den Menüservice des DRK zu nutzen und sich die tiefgekühlten Menüs nach Hause liefern zu lassen.
Das Angebot ist bewusst niedrigschwellig. Jeder kann zum Essen kommen, sporadisch oder auch regelmäßig. Die Gäste können entscheiden, ob sie nur zum Essen kommen oder auch am Anschlussprogramm teilnehmen wollen, vielleicht auch nur am geselligen Programm, „jeder wie er mag und jeder ist uns herzlich willkommen“, betont Heike Eisele. Voraussetzung für die Teilnahme am Mittagstisch ist eine Anmeldung und auch die Bestellung der gewünschten Mahlzeit schon in der Vorwoche bei Kathrin Kiefer, unter 06172-1295-240.
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Mit 12 Gästen war die Premiere des DRK-Mittagstischs gut besucht. Heike Eisele ist angenehm überrascht. Mit so vielen Besuchern hätte sie zum Auftakt gar nicht gerechnet: „Offenbar haben wir damit aber im wahrsten Sinne den Geschmack der Menschen getroffen.“
Foto: DRK-Pressestelle
