Pascal Hagenah arbeitet schon über sechs Jahre im Aktivierenden Hausbesuchsdienst des DRK-Kreisverbandes mit und weiß deshalb, wie man Senioren durch Übungen für Körper und Geist in Schwung hält. Hagenahs Arbeit tut nicht nur seinen Klienten gut, sondern auch ihm selbst: Als Usinger erledigt er seine Hausbesuche nämlich besonders nachhaltig: mit dem Fahrrad. Und damit tut er auch noch der Umwelt gut.
Pascal Hagenah kennt seinen Beritt und weiß deshalb auch, dass es nicht nur in der Stadt, sondern auch im ländlichen Raum Menschen gibt, die von ihrer Familie, von der Gesellschaft alleingelassen, vielleicht verwitwet sind oder Kinder haben, die verstreut in alle Himmelsrichtungen leben. Selbst dort beschränken sich die sozialen Kontakte oft auf ein paar Anrufe im Jahr zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Kommen dann noch körperliche Gebrechen dazu, die selbst Fahrten mit dem Bürgerbus unmöglich machen, kommen solche Menschen überhaupt nicht mehr vor die Tür. Sie sind darauf angewiesen, dass ihnen die Nachbarn beim Einkaufen etwas mitbringen. Häufig bleiben morgens aber auch die Rollläden geschlossen - ein Alarmzeichen, das von Nachbarn viel zu oft zu spät wahrgenommen wird.
Pascal Hagenah hat Freude daran, älteren, alleinstehenden und bewegungseingeschränkten Menschen mit dem „Aktivierenden Hausbesuchsdienst“ die Möglichkeit zu geben, lange selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben zu können und dabei nicht „einzurosten“. Der „Aktivierende Hausbesuchsdienst“ ist ein wichtiger Bestandteil der Wohlfahrts- und Sozialarbeit des DRK. „Das Angebot wird derzeit von 10 Klienten im ganzen Hochtaunuskreis in Anspruch genommen, der Bedarf steigt aber, auch im Usinger Land“, sagt die für die Sozialarbeit beim Kreisverband verantwortliche Koordinatorin Kathrin Kiefer. Momentan kann sie auf gut eine Handvoll für den Aktivierenden Hausbesuchsdienst ausgebildete ehrenamtliche Übungsleiterinnen in Bad Homburg, Friedrichsdorf, Kronberg zurückgreifen. Mit Pascal Hagenah ist nun eine weitere hochmotivierte Kraft für den Bereich „hinter der Saalburg“ hinzugekommen.
Der Aktivierende Hausbesuch ist eine Kombination aus 30 Minuten Bewegung und 30 Minuten Gespräch, direkt im häuslichen Umfeld der Klienten. Das Angebot richtet sich an Menschen, die die vertraute Umgebung nicht mehr allein verlassen können. „Durch die körperliche Aktivierung soll die Kraft in Armen und Beinen der älteren Menschen aufgebaut, die Gleichgewichtsfähigkeit, die Koordination, die geistige Flexibilität und die Beweglichkeit gefördert werden, also die perfekte Rezeptur, um Stürze zu verhindern und, wenn es trotzdem zu einem häuslichen Unfall kommen sollte, Sturzfolgen zu minimieren“, erläutert Kiefer den Ansatz, den Pascal Hagenah nur bestätigen kann.
Die zusätzlich zu den Bewegungsübungen geführten Gespräche sind dazu angelegt, die Sprachgewandtheit der Klienten zu erhalten und ihnen geistige Impulse zu geben. Damit verbunden ist aber auch eine willkommene Abwechslung im Alltag: „Das Alleinsein hemmt nämlich auch die Kommunikation, wenn direkte Ansprechpartner fehlen. Durch die Gespräche wird also auch die geistige Beweglichkeit gefördert und ganz nebenbei können im Gespräch Erinnerungen gepflegt, der Humor und die Lebensfreude gefördert werden, weiß Pascal Hagenah, worauf es ankommt.
Im Falle der Förderung durch die Wohnortkommune und die Pflegekasse kann die Inanspruchnahme des Angebots entsprechend §45 SGB XI über die Pflegekasse abgerechnet werden. Das DRK sucht deshalb weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für den Aktivierenden Hausbesuch. Wer Freude an körperlicher Aktivität, an Gesprächen und am Umgang mit Menschen in höherem Alter hat, bringt schon einmal die besten Startvoraussetzungen für die dafür vom DRK angebotene und auch finanzierte Ausbildung mit. Sie umfasst mindestens 36 Unterrichtseinheiten sowie die Teilnahme an einem Erste Hilfe-Training mit weiteren neun Unterrichtseinheiten. Erwartet wird die jährliche Teilnahme an einer Fortbildung über acht Unterrichtseinheiten und mindestens ein Aktivierender Hausbesuch pro Woche, der mit einer Übungsleiterpauschale honoriert wird. Ausbildungsbeginn ist Februar oder August. Interessenten wenden sich direkt an Kathrin Kiefer, k.kiefer@drk-hochtaunus.de oder telefonisch unter 06172 1295-240.