„Wenn wir all unsere Fahrzeuge nur einmal wöchentlich durch die Waschstraße fahren, reden wir von vielen Tausend Litern Wasser, bei der momentanen Hitze und Trockenheit muss das nicht sein, zumal die Funktionsfähigkeit der teilweise im Rettungsdienst eingesetzten Fahrzeuge durch den Waschverzicht nicht beeinträchtigt werden“, sagt Kreisgeschäftsführer Heiko Selzer.
Saubere Fahrzeuge machen natürlich „mehr her“ als schmutzige. Und dennoch haben Wagenbesitzer derzeit ein schlechtes Gewissen, ihr Fahrzeug entweder selbst zu waschen oder es durch die Waschstraße zu fahren. Der DRK Kreisverband Hochtaunus rollt selbstverständlich auch gerne mit sauberen Fahrzeugen zu den Einsätzen, möchte angesichts des Niederschlagsmangels und der drohenden Verknappung von Wasser aber ein Zeichen setzen. Gerade erst haben die Kommunen Oberursel, Kronberg, Schmitten, Usingen und Steinbach ihre Wasserampeln auf „rot“ gestellt, Autowaschen zieht deshalb im Rahmen der von den Bürgermeistern erlassenen Allgemeinverfügungen ein empfindliches Bußgeld nach sich. „Auch wenn wir bisher ohnehin schon nach Möglichkeit bei der Fahrzeugpflege auf Brauch-, Zisternen- oder Recyclingwasser zurückgegriffen haben, bleibt unser gesamter Fuhrpark bis Ende August ungewaschen, das gilt nicht nur für die Fahrzeuge des Hauptamtes, sondern auch für die unserer Ortsvereine“, betont Selzer. Er hat sich dazu eng mit der Leitung des hauptamtlichen Rettungsdienstes abgestimmt, ebenso mit den Verantwortlichen für die zahlreichen sozialen Dienste des DRK, etwa der ambulanten Pflege, dem Menüservice sowie den Bereitschaften in den Ortsvereinen. Felix Seegert, Leiter des hauptamtlichen Rettungsdienstes, betont, dass es beim Waschverzicht nur um die äußere Hülle gehe. Die nach jedem Einsatz notwendigen Reinigungs- und Desinfektionsvorschriften im Inneren der Rettungsmittel blieben selbstverständlich unberührt.
Selzer hat sich erkundigt, wie viel Wasser für eine Autowäsche verbraucht wird: „Daheim vor der Garage mit dem Gartenschlauch oder dem Hochdruckreiniger fließen da leicht 70 bis 150 Liter weg, und selbst in modernen Waschstraßen sind es pro Fahrzeug 150 – 350 Liter, davon 15 -30 Liter frisches Trinkwasser.“ Mit dem Verzicht auf die Fahrzeugwäsche übernehme das DRK Verantwortung nicht nur für die Natur und das „Lebensmittel Wasser“, der Prokopfverbrauch liegt bei etwa 125 Litern pro Tag, sondern entsprechend seinem Auftrag auch für die Menschen, die Teil der Natur seien und ohne Wasser nicht überleben können, beschreibt Selzer die hinter der Aktion stehende Philosophie des DRK.
Allein in den zehn Ortsvereinen des Kreisverbandes Hochtaunus, der Kreisbereitschaftsleitung und im Dienstwagenfuhrpark des Kreisverbandes gibt es 100 Fahrzeuge, die nun erstmal staubig bleiben. Dazu kommen weitere 28 Fahrzeuge der sozialen Dienste sowie 40, zum Teil sehr große und entsprechend viel Waschwasser verbrauchenden Rettungs- und Krankentransportwagen, insgesamt 170 Fahrzeuge.