DRK-Präsident Jürgen Banzer sagte zu Beginn der Auszeichnungsfeier, all den im Rettungsdienst, im Katastrophenschutz und im breiten Feld der Wohlfahrts- und Sozialarbeit engagierten Mitgliedern auf diese Weise danke und sie für ihren stunden-, tage-, oft sogar wochenlangen Einsatz in den verschiedenen Bereichen, sei dem DRK-Kreisverband eine große Ehre. Das Ehrenamt sei eine der tragenden Säulen der Gesellschaft, die ohne Ehrenamt nicht funktionieren würde. Zugleich betonte Banzer auch den in einer zunehmend fragiler werdenden Welt immer wichtiger werdenden Schulterschluss des Deutschen Roten Kreuz mit anderen Hilfeleistungsorganisationen wie den Feuerwehren.
Ähnlich äußerte sich auch der Präsident des DRK-Landesverbandes, Norbert Södler. Dass der DRK-Kreisverband verdienten Mitgliedern mit einer so würdigen Veranstaltung für ihr aufopferndes Engagement danke, sei außergewöhnlich. Aus anderen Kreisverbänden kenne er das in dieser Form nicht. „Wenn die Welt auch zusammenbricht – auf das Ehrenamt, auf unser DRK, ist Verlass“, sagte Södler in der Hoffnung, dass es nicht so weit kommt. Ganz auszuschließen sei es angesichts immer näher an Europa heranrückender kriegerischer Konflikte aber nicht, weshalb die Planung der am DRK-Gesetz ausgerichteten zivil-militärischen Zusammenarbeit in der Verbandsarbeit immer breiteren Raum einnehmen müsse. Aufgabe des DRK sei es, im Ernstfall den Sanitätsdienst der Bundeswehr zu unterstützen, wobei verschiedene Szenarien von 1000 bis 3000 verletzten Soldaten ausgehen, die dem DRK dann vom Militär zur Versorgung übergeben werden, und das täglich. Södler sah darin eine gewaltige Herausforderung gerade für das Ehrenamt im DRK, denn schließlich müsse gleichzeitig auch der lokale ehrenamtliche Rettungs- und Betreuungsdienst aufrechterhalten bleiben.
Seine persönliche Hochachtung für das Ehrenamt im DRK brachte auch Stefan Schenkelberg als Mitglied des Kreisausschusses in Vertretung für Landrat Ulrich Krebs zum Ausdruck. Er erinnere sich noch lebhaft an eine nächtliche Autobahnfahrt, als es vor ihm im strömenden Regen zu einem schweren Unfall kam, „es war nachts um 3 Uhr und binnen weniger Minuten waren schon die Feuerwehr und das DRK zur Stelle, das hat mich schon sehr beeindruckt“, sagte Schenkelberg.
Für alle DRK-Mitgliedsjubilare hatte Laudator Mark Henning, unterstützt von Präsident Jürgen Banzer und Kreisbrandinspektor Martin Gonder, der die Landesehrungen vornahm, dankende und ehrende Worte parat. In einigen Fällen fielen die allerdings etwas ausführlicher aus: Etwa im Fall von Karl Weidinger, der seinem DRK Friedrichsdorf seit 65 Jahren die Treue hält und ihm durch die Übernahme vielfältigster Aufgaben und Funktionen immer neue Impulse gegeben hat. Er war unter anderem über viele Jahre Sanitätsausbilder, etablierte den Blutspendedienst in Friedrichsdorf, war Mitbegründer des früheren Ortsvereins Köppern, seiner Bereitschaft sowie der Wohlfahrts- und Sozialarbeit. Von 1978 bis 1982 war er Kreisbereitschaftsführer und hat den Zusammenschluss der kleinen Ortsvereine zur neuen Ortsvereinigung Friedrichsdorf maßgeblich vorangetrieben. Von 1987 bis 1993 war Karl Weidinger hauptamtlicher Rettungsdienstleiter des DRK-Kreisverband Hochtaunus.
Mit der Usingerin Karin Born konnte ein weiteres DRK-Urgestein für 70-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Born kam als 12-Jährige zum Usinger DRK und engagierte sich zuerst in der Jugendarbeit. Im Mim-Trupp des DRK lernte sie das „lebensechte“ Schminken von Wunden sowie das Verhalten von Verletzten und gab dieses Wissen an die Basis weiter. Karin Born hat alle Stationen der DRK-Ortsvereinigung Usingen selbst miterlebt, die Anfänge in der Schulstraße, danach das Quartier an den Muckenäckern, schließlich die Räumlichkeiten im ehemaligen Usinger Forsthaus in der Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße sowie den jüngsten Umzug in die neue Station an der Südumgehung. KarinBorn machte sich als Gruppenleiterin in Usingen, aber auch auf Kreisverbandsebene einen Namen. Lange Jahre kochte sie für die bis Ende 2024 zur DRK-Ortsvereinigung Usingen gehörende Lebensmittelausgabe „Aufgetischt“ Marmelade. Bis 2025 war sie zudem aktiv im Blutspendedienst unterwegs.
Besonders beispielgebend ist auch der Lebensweg des Kronbergers Joachim „Kebbi“ Kebbekus. Als Erste Hilfe-Ausbilder war er Gründer des Schulsanitätsdienstes an der Kronberger Altkönigschule, fuhr viele Jahre lang im ehrenamtlichen Rettungsdienst bei Tag und bei Nacht, er ist Ausbilder im Katastrophenschutz und arbeitete 27 Jahre lang ehrenamtlich im Katastrophenschutz-Stab des Hochtaunuskreises mit. In seiner Ortsvereinigung, der er seit 50 Jahren angehört, war „Kebbi“ neun Jahre lang Bereitschaftsleiter, seit einiger Zeit ist er Vorsitzender der Ortsvereinigung Kronberg.
50 Jahre beim DRK ist auch Heike Knorr (Neu-Anspach). Sie gehört damit zum sprichwörtlichen Inventar. Ende der 1970-er Jahre wirkte sie in Neu-Anspach als Bereitschaftsleiterin, sie war und ist eifrige Mitarbeiterin im Blutspendedienst, ihr größtes Verdienst ist allerdings die Gründung des Kriseninterventionsteams (KIT), heute Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV). Mit ihrer Fachexpertise für schwierigste Einsatzszenarien, die größte Sensibilität im Umgang mit traumatisierten Einsatzkräften, aber auch Unfallopfern, im schlimmsten Fall auch mit deren Hinterbliebenen, erfordern, ist Heike Knorr weit über den Hochtaunuskreis im DRK LV Hessen bekannt und geschätzt.
Katastrophenschutzmedaillen:
Bronze (10 Jahre): Naim Gehrsitz, Jonas Belzer und Thorsten Schreiber (alle Bad Homburg), und Celine Goede (Wehrheim);
Silber: Achim Kube (Kronberg), Torsten Michels und Alexander Wagenknecht (beide Friedrichsdorf);
Gold: Uwe Riehl (Neu-Anspach);
Katastrophenschutzverdienstmedaille in Bronze: Joachim Kebbekus (Kronberg)
Ehrungen für 45-jährige aktive Mitarbeit: Wiltrud Post (Königstein) und Michael Bletz, Monique Weidinger-Sauer (beide Friedrichsdorf)
Ehrungen für 50-jährige aktive Mitarbeit: Joachim Kebbekus (Kronberg), Heike Knorr (Neu-Anspach)
Ehrungen für 55-jährige aktive Mitarbeit: Carl Becker und Harald Braubach (beide Bergwacht Großer Feldberg), Herta Flamme (Königstein), Gerd Norbert Hartmann (Neu-Anspach), Ursula Weidinger (Friedrichsdorf), Axel Wick (Neu-Anspach)
Marie Isabel Track (Kronberg)
Ehrung für 65-jährige aktive Mitarbeit: Karl Weidinger (Friedrichsdorf)
Ehrung für 70-jährige aktive Mitarbeit: Karin Born (Usingen)