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Retten macht Schule, sogar freiwillig

DRK unterstützt Schulsanitäter der Humboldt-schule seit 30 Jahren

Der Schulalltag soll sicher sein. Auch Eltern erwarten, dass ihr Kind in der Schule wohl behütet ist und keine Unfälle erleiden muss. Und doch kommt es oft anders, da werden in den Pausen Knie aufgeschlagen, Fußgelenke verknackst und bei Tempera-turen „ü30“ ist auch der eine oder andere Kreislauf schonmal am Durchdrehen. Nicht immer muss dann gleich die Rettung alarmiert werden, denn an vielen Schulen gibt es „Schulsani-tätsdienste“. Auch an der Bad Homburger Humboldtschule, wo junge Leute nach Anleitung durch den DRK-Kreisverband Hochtaunus dafür sorgen, dass es ihren Mitschülern gut geht, seit nunmehr 30 Jahren. Zeit also für ein kleines Jubiläum.

Sanitätsfachliche ausgebildete Schüler ergänzen im Schulsanitätsdienst die Erste-Hilfe-Versorgung ihrer Schule, unterstützen die Erstversorgung ihrer Mitschüler im Falle eines medizinischen Notfalls bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes während der Pausen und bei Schulveranstaltungen. Die Humboldtschule (HUS) war 1996 eine der ersten Schulen im Hochtaunuskreis, in der sich ein Schulsanitätsdienst etabliert hat. Inzwischen sind 30 Jahre vergangen und es gibt ihn immer noch. Grund genug für den DRK-Kreisverband Hochtaunus, der die Ausbildung der Schulsanitäter seit vielen Jahren unterstützt, der HUS einen Jubiläumsbesuch abzustatten, den derzeit 33 Schulsanitätern im Alter von 13 bis 18 Jahren für ihr freiwilliges Engagement mit einer Urkunde sowie einem kleinen Geschenk zu danken und sie zu einer kleinen Trainingseinheit in Reanimation mit Übungspuppen einzuladen. 
Mark Henning, DRK-Kreisbereitschaftsleiter und Ehrenamtskoordinator, war gemeinsam mit Susanne Wächtershäuser, beim DRK-Koordinatorin des Schulsanitätsdienstes, und Viktoria Moravek vom DRK-Bildungszentrum zu der kleinen Jubiläumsfeier im Rettungswagen auf dem Pausenhof vorgefahren. Offiziell gebe es Schulsanitätsdienste in Hessen erst seit 2001, die Humboldtschule habe bereits 1996 angefangen und sei damit ihrer Zeit als Vorreiter sogar voraus gewesen, sagte Henning. Er zeigte sich vom Engagement der Pennäler tief beeindruckt und knüpfte daran auch die Hoffnung, dass viele der jungen Leute auch nach ihrer Schulzeit noch Spaß am ehren-, vielleicht auch hauptamtlichen Rettungsdienst haben. Zum Teil ist das der Fall, denn wie Britta Herzog, heute im HUS-Kollegium für den Schulsanitätsdienst zuständig, mitteilen konnte, absolvieren immer mal wieder abgegangene Schüler beim DRK und anderen Hilfsorganisationen ihr „Freies soziales Jahr“ (FsJ).
Die Initiative ging Ende der 1990-er Jahre von der jungen Referendarin Verena Wilfing aus. Sie verfügte selbst über eine rettungsdienstliche Ausbildung und hatte, so erzählte sie - inzwischen längst pensioniert, im Herzen aber immer noch dabei -, bei einem Sportfest aus gegebenem Anlass die spontane Idee, einen Schulsanitätsdienst ins Leben zu rufen. 17 Jahre lang hat sie ihn dann auch selbst geleitet und sehr viel Spaß auch an gemeinsamen Fortbildungsfahrten, immer in Begleitung des DRK, gehabt. Anfangs habe es noch technische und organisatorische Probleme bei der Alarmierung gegeben, mit den heutigen Smartphones sei das aber alles keine Schwierigkeit mehr. Nach Verena Wilfing hat Karin Herkströter die Leitung der alters- und klassenübergreifenden Sanitäts-AG übernommen und sie schließlich an Britta Herzog übergeben. 
Schulleiterin Uta Stitterich zollte den Schulsanitätern großen Respekt für ihre ehrenamtliche, mit offensichtlich großer Begeisterung geleistete Arbeit. „Es wäre schade, wenn es euch nicht gäbe“, sagte sie. Beeindruckt zeigte sich aus Britta Herzog. Es vergehe kaum eine große Pause, in der die Schulsanitäter nicht gefordert wären. Nicht selten komme es auch vor, dass Schulsanitäter, selbst wenn sie Freistunden haben und in der Stadt unterwegs sind, alarmiert werden.  Meistens gehe es zwar um kleinere Unpässlichkeiten wie Bauch- und Kopfschmerzen oder auch mal einen verknacksten Knöchel im Sportunterricht. Einige Male im Monat müsse aber auch der RTW kommen, deren Besatzungen die von den Schulsanitätern erstversorgten Patienten übernehmen. Die HUS-Ersthelfer verfügen alle über einen abgeschlossenen Kurs in Erster Hilfe, bisweilen aber auch, wenn sie schon länger dabei sind, über einen „San 48“-Lehrgang, eine erweiterte notfallmedizinische Ausbildung mit 48 Unterrichtseinheiten.
Geleitet wird der Schulsanitätsdienst derzeit von einem Viererteam: Maximilian Gehrke, Vincent Scherz, Yasin Darrak und Josephine Heiden. Yasin Darak (15) ist für die Ausbildung zuständig, er trägt sich mit dem Gedanken, später „in die Medizin zu gehen“. Er sei von Maximilian Gehrke angeworben worden und als er festgestellt hatte, dass schon viele seiner Freunde bereits dabei waren, habe er sich gerne und mit sehr viel Spaß zur Verfügung gestellt. Die Arbeit in der Alarmierungsgruppe, die er betreut, sei „echt spannend“, erzählt er. Herausfordernd sei aber auch die Arbeit am Patienten, denn nicht immer sei es damit, die verletzten oder erkrankten Mitschüler zu beruhigen, getan.

Bildtexte (Übungseinheit)
Keine Angst vorm „Drücken“: Der einzige Fehler, den man bei der Wiederbelebung im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands machen kann, ist der, nichts zu machen. Mitarbeiter des DRK-Kreisverbandes Hochtaunus nutzten das 30. Jubiläum des Schulsanitätsdienstes an der Humboldtschule zu einer kurzen Trainingseinheit in Reanimation mit den Schulsanitätern. Foto: DRK-Pressestelle

(Gruppenfoto) 
Seit 30 Jahren gibt es an der Bad Homburger Humboldtschule einen Schulsanitätsdienst. Beim Besuch eines Teams des DRK-Kreisverbandes Hochtaunus, der den Schulsanitätsdienst seit vielen Jahren fachlich unterstützt, gab es viel Applaus für die derzeit 33 jungen Ersthelfer, aber auch für die Gründerin des Schulsanitätsdienstes, Verena Wilfing (1.v.li.) und ihre Nachfolgerinnen Karin Herkströter (3.v.re.) und Britta Herzog (6.v.re.). Foto: DRK-Pressestelle

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